Gemeinsamer Unterricht an der Integrierten Gesamtschule Halle

"Eine ganz normale Schule auf einem neuen Weg" - ein Film von Marlies und Andreas Splett. Jugendliche beiderlei Geschlechts, aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichem Förderbedarf gehen auch in der Sekundarstufe I in eine Schule. Das ist die Idee der Integrierten Gesamtschulen (IGS). Im Jahre 1997 begann die IGS Halle/S., Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in Integrationsklassen aufzunehmen. Das Kultusministerium Sachsen-Anhalt unterstützte diesen Schulversuch Die Zwischenergebnisse aus dem integrativen Schulentwicklungsprozeß der ersten beiden Schuljahre werden in dem vorliegenden Film dokumentiert. Der Prozeß der integrativen Schulentwicklung beginnt bei den SchülerInnen mit einem besonderen Bedarf an Unterstützung. Ihr individueller Förderbedarf wurde in Förderplänen umgesetzt, so dass die Förderung durch eine Sonderpädagogin auch im gemeinsamen Unterricht stattfinden konnte. In Phasen der Freiarbeit und im Wochenplanunterricht arbeiten alle SchülerInnen an ihren ganz persönlichen Aufgaben. Der Wochenplan stellt auch die Verbindung zum Fachunterricht dar. In den TutorInnenstunden stehen die LehrerInnen einer Jahrgangsklasse zum Gespräch bereit und beteiligen die SchülerInnen in demokratischer Weise an der Gestaltung des Klassenlebens. Damit ein solcher reformpädagogischer Unterricht in der Praxis klappt, müssen alle pädagogisch Tätigen einer Jahrgangsstufe im Team zusammenarbeiten. Regelmäßige wöchentliche Teamsitzungen, selbst organisierte Fortbildungen und die gemeinsame Entwicklung des Unterrichts- und Erziehungskonzeptes gehören zu den wichtigsten Aufgaben der Zusammenarbeit. Die Integration von Kindern mit Behinderungen in das gesamte Schulleben bleibt als geimeinsamer Wunsch aller Beteiligten (Lehrer, Schüler, Eltern) noch Zukunftsaufgabe. Der Schulversuch an der IGS Halle/S. hat in den ersten beiden Jahren von 1997 bis 1999 gezeigt, dass auch in der Sekundarstufe I ein differenzierter und individualisierter Unterricht möglich ist, der Kinder und Jugendliche mit Behinderung selbstverständlich mit einbezieht. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass integrative Schulentwicklungsprozesse auf tragfähige Unterstützungssysteme (Fortbildung, externe Evaluation) angewiesen sind. SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und Schulaufsicht haben in den vergangenen Schuljahren mit der IGS Halle/S. eine Reformschule geschaffen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Beispiel viele Nachahmer finden wird.
Prof. Dr. Ulrich Heimlich Wissenschaftliche Begleitung. Email: heimlich(at)rz.uni-leipzig.de
Sven Jacobs Unviersität Leipzig Institut für Förderpädagogik,
Maschnerstr. 29-31 04019 Leipzig Tel. 0341-9731-530 Fax 0341-9731-539
Der Abschlußbericht zum Landesschulversuch ist im Buchhandel erhältlich sein.
Bezugsadresse: Das Video (DVD) kann zum Preis von 15 € zzgl. Versandkosten bezogen werden über: ATV-Studio Halle Andreas Splett Ludwig-Wucherer-Str. 13 06108 Halle/Saale Tel. 0345-2900540.
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