INFO: Ein Tag der Zivilcourage - Der 17. Juni 1953 in Halle - Im Auftrag des Zeitgeschichte(n) e.V. Verein für erlebte Geschichte entstand ein Dokumentarfilm von Marlies und Andreas Splett, produziert vom ATV-Studio Halle, mit bisher unveröffentlichtem Bildmaterial und Zeitzeugenberichten zu den Ereignissen des Tages. Die Premiere fand am 17. Juni 2003, 18.00 Uhr im Stadthaus in Halle (Saale) statt. VHS-Videokassetten und DVDs können über den Zeit-Geschichte(n) e.V. Verein für erlebte Geschichte oder über das ATV-Studio Halle gegen Spende erworben werden. Die DVD-Herstellung wurde ermöglicht durch die Unterstützung der Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR Sachsen-Anhalt. Ausgangspunkt der Streikbewegung war die Lokomotiven- und Waggonbaufabrik Ammendorf. Arbeiter zahlreicher Betriebe schlossen sich an. Aus Empörung über die diktatorische Politik der SED und die schlechten Lebensbedingungen marschierten sie zur Innenstadt, besetzten Parteibüros und Haftanstalten. Propagandalosungen wurden entfernt. Akten auf die Straßen geworfen. Die Aktion fand spontan und an verschiedenen Orten gleichzeitig statt. Erst am frühen Nachmittag wurde ein Streikkomitee gewählt. Die Demonstranten belagerten die Gefängnisse und forderten die Freilassung politischer Häftlinge. In der Untersuchungshaftanstalt gelang die Befreiung der Gefangenen, am Zuchthaus "Roter Ochse" nicht. Mit Schüssen in die Menge wurden die Aufständischen zurückgedrängt. Bereits am Nachmittag gab es Tote und Verletzte. Höhepunkt des Protestes war die Kundgebung um 18 Uhr auf dem Hallmarkt mit ca. 60.000 Teilnehmern. Nach der Kundgebung vertrieben sowjetische Panzer die Demonstranten und setzten den Ausnahmezustand durch. Mit Desinformationen versuchte die SED, die Erinnerung an die wirklichen Ereignisse zu verdunkeln.