Konzertproduktion Caracas

Nur wenige Stunden vor unserer TV-Aufzeichnung des Silvesterkonzertes für ARTE hörten wir von einem Mord in Caracas an einem Taxifahrer, der vermutlich von Polizisten erschossen wurde. Dieser Taxifahrer sollte einen Tag später wegen einer Korruptionsaffäre gegen Polizisten aussagen.

„Es lebe der Sozialismus“ und „Der Sozialismus wird siegen“ – lesen wir auf überdimensionalen Propagandaplakaten in der Stadt, in der die Menschen um ihr Überleben kämpfen, in der auch der Wahlkampf tobt und wo Benzin billiger als Wasser ist. „Propaganda hat in den Slums von Caracas guten Nährboden“, sagte ein Mann aus dieser Stadt dem Kameramann Andreas Splett vom ATV-Studio Halle auf dem Rückflug nach Deutschland. „Wir können  hier mit niemand über politische Dinge reden und zu keinem Vertrauen haben, denn es könnte ein Spitzel sein. Die politischen Verhältnisse hier in Venezuela sind katastrophal und ich kann das Leben meiner Familie  nicht mehr schützen und deswegen verlasse ich mit meiner Frau und meinen beiden Kindern dieses Land“, berichtete der Flüchtling.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch aus Sicherheitsgründen wurde die Disposition der Euroarts Music-TV-Produktion auf einen Tag zusammengestampft. Erste Proben, Generalprobe und Konzertaufzeichnung  – alles am Sonntag, 18. November 2007 in dem durch Sicherheitskräfte mehr schlecht als recht gesicherten Konzerthaus Centro de Acción Social por la Música Santa Rosa.

Quelle: YouTube

Um so erstaunlicher ist das Ergebnis der Bemühungen aller Beteiligten für dieses grandiose Konzert, das am 31. Dezember 2007 auf ARTE gesendet wurde. Das Feuerwerk der Begeisterung dieses musikalisch gelungenen Abends übertrug sich zweifellos auf das Publikum in Caracas und Zuschauer an den europäischen Bildschirmen.